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Parkin

Hafer-Ingwer-Kuchen mit Sirup.

Parkin
Foto: Couleur auf Pixabay · Symbolbild

Historisch-anthropologischer Essay

Parkin (parkin) ist ein dichter, würziger Kuchen aus Hafermehl oder Hafergrütze, der besonders mit Yorkshire und dem Norden Englands verbunden ist. Üblicherweise wird er mit Ingwer und dunkler Melasse gebacken; anders als der geläufigere Weizenkuchen erhält er durch die Hafergrundlage eine körnige, feuchte Textur. Das Wort *parkin* ist vor allem in den nördlichen Grafschaften verbreitet, doch ähnliches Gebäck wurde auch in anderen Teilen Englands zubereitet.

Es gibt kein verlässlich belegtes Entstehungsdatum und keinen einzelnen „Erfinder“. Hafer gedieh gut im kühleren, feuchteren Klima des Nordens, und Fladen sowie Kuchen aus Hafermehl gehörten lange vor dem Industriezeitalter zur gewohnten Kost. Ingwer und Melasse machten das Gebäck festlicher und kalorienreicher, doch lässt sich nicht behaupten, dass Parkin seit jeher in unveränderter Form existiert. Das Rezept entwickelte sich allmählich; die regionalen Varianten unterschieden sich im Verhältnis von Hafer, Weizenmehl, Fett und Süßungsmittel.

Parkin wird besonders eng mit der Guy-Fawkes-Nacht verbunden — dem Abend des 5. November, an dem in England das Scheitern des Gunpowder Plot von 1605 begangen wird. In Yorkshire wird dieses würzige Gebäck zu Lagerfeuern und Feuerwerk serviert. Diese Verbindung ist eine beständige Tradition, aber kein Beweis dafür, dass Parkin gerade im 17. Jahrhundert entstanden ist. In den nördlichen Industriestädten des 19. Jahrhunderts eignete er sich gut als saisonales Nahrungsmittel: vergleichsweise preiswert, sättigend und gut haltbar. Melasse und Hafer waren leichter erhältlich als viele erlesene Zutaten, auch wenn Zusammensetzung und Preis von Zeit und Ort abhingen.

Mythos und Fakten

Parkin sollte nicht mit „Lebkuchen“ allgemein verwechselt werden: Gewürze und Melasse können zwar beiden gemeinsam sein, doch die Hafergrundlage ist sein charakteristisches Merkmal. Die Verbindung mit der Guy-Fawkes-Nacht ist als Servierbrauch tatsächlich belegt, doch populäre Erzählungen, wonach Parkin eigens für das Fest erfunden oder nach einem unveränderten alten Rezept zubereitet worden sei, sind nicht dokumentarisch belegt. Auch gibt es keine einheitliche Zusammensetzung, die als einzig authentische gelten könnte: Familienrezepte und regionale Rezepte haben ihre eigenen Proportionen.

Entwicklung der Zubereitungstechnik

Hafermehl wird mit Weizenmehl vermischt, damit der Kuchen nicht zu krümelig wird; Melasse und Fett werden zuvor zusammen mit Zucker geschmolzen. Nach dem Vermengen der Zutaten entsteht ein dickflüssiger Teig. Der fertige Parkin wird oft einige Tage ruhen gelassen: In dieser Zeit wird er weicher und feuchter, und der würzige Geschmack wird runder. Das ist keine zwingende Voraussetzung, erklärt aber, warum das Gebäck häufig schon vor dem Fest gebacken wird.

Modernes Rezept

Für eine Form von etwa 20 × 20 cm.

Zutaten:

  • Hafermehl oder fein gemahlene Haferflocken — 200 g
  • Weizenmehl — 100 g
  • Butter — 125 g
  • dunkle Melasse (black treacle) — 125 g
  • Goldsirup oder heller Sirup — 75 g
  • brauner Zucker — 100 g
  • Ei — 1 St.
  • Milch — 30 ml
  • gemahlener Ingwer — 1 TL
  • Gewürzmischung oder Zimt — ½ TL
  • Natron — ½ TL
  • Salz — eine Prise

Zubereitung:

  1. Den Backofen auf 160 °C vorheizen. Die Form mit Backpapier auslegen.
  2. Butter, Melasse, Sirup und Zucker in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze schmelzen. Nicht zum Kochen bringen; umrühren und leicht abkühlen lassen.
  3. Hafermehl und Weizenmehl mit Ingwer, Gewürzen, Natron und Salz vermischen.
  4. Die warme Melassemischung zugießen. Ei und Milch hinzufügen und zu einem dicken, glatten Teig verrühren.
  5. Den Teig in die Form geben und glatt streichen. 50–60 Minuten backen: Die Mitte sollte fest, aber noch feucht sein.
  6. In der Form abkühlen lassen, dann den Kuchen einwickeln und, wenn es die Zeit erlaubt, 2–3 Tage ruhen lassen. In kleine Quadrate schneiden.

Kombination und Servieren

Parkin wird zum Tee serviert, leicht warm oder bei Zimmertemperatur. Seine würzige Süße passt gut zu ungesüßtem Tee, kräftigem schwarzem Kaffee und einem herben Apfelgetränk. Dazu passen Butter oder ein Löffel dicke Sahne; der Kuchen ist jedoch auch ohne Beilagen reichhaltig genug.

Stichwörter: Parkin, Yorkshire, Hafer, Melasse, Ingwer, Guy-Fawkes-Nacht, England

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