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Yorkshire Pudding

Gebackener Teig zum Sonntagsbraten.

Yorkshire Pudding
Foto: Shutterbug26 auf Pixabay

Historisch-anthropologischer Essay

Yorkshire-Pudding ist ein gebackener, flüssiger Teig, der zu gebratenem Fleisch serviert wird, meist zu Rindfleisch. Das Wort „Pudding“ bezeichnet hier kein süßes Dessert: In der englischen Küche verstand man darunter eine große Vielfalt von Gerichten, darunter auch herzhafte.

Ein gedrucktes Rezept für ein Gericht namens „Yorkshire-Pudding“ findet sich in Hannah Glasses Buch *The Art of Cookery Made Plain and Easy*, das 1747 erschien. Die Idee, Teig unter dem Fleisch zu backen, war jedoch älter: Man stellte den Teig unter den Drehspieß, damit das Fleischfett darauf tropfte. So entstand ein sättigendes Gericht aus preiswerten Zutaten, dessen Geschmack durch den Fleischsaft geprägt wurde.

Der Pudding wird besonders mit dem sonntäglichen Roastbeef in Verbindung gebracht, war aber nicht ausschließlich eine festliche Beilage. Man konnte ihn vor dem Fleisch mit Bratensoße servieren, um die Gäste mit dem günstigeren Teil des Mahls zu sättigen. Diese Praxis ist als Tradition bekannt, war jedoch nicht für alle Familien verbindlich. Später wurde das Gericht zusammen mit Fleisch und Gemüse serviert.

Mythos und Fakt

Eine verbreitete Erklärung des Namens lautet, das Gericht sei Yorkshire-Pudding genannt worden, um es von ähnlichen Puddings zu unterscheiden, die sich angeblich nicht so gut bräunten. Diese Erklärung wird oft als historische Deutung angeführt, doch eine gesicherte Erklärung für den Ursprung des Namens gibt es nicht.

Sicherer ist die Aussage, dass sich der Name bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts in einem gedruckten Rezept etabliert hatte. Die Vorstellung, Fett vom Braten „aufzufangen“, ist hingegen keine Legende: So wurden die frühen Varianten des Gerichts tatsächlich zubereitet. Der heutige Pudding wird jedoch meist separat in einer gut erhitzten, eingefetteten Form gebacken.

Entwicklung der Zubereitung

Früher stellte man den Teig unter das Fleisch, das am Drehspieß oder vor dem offenen Feuer briet. Mit der späteren Verbreitung von Backöfen und separaten Formen begann man, ihn eigenständig zu backen. Das Grundprinzip blieb erhalten: Form und Fett müssen sehr heiß sein, wenn der Teig hineingegossen wird. Die starke Hitze lässt den Pudding aufgehen und im Inneren einen Hohlraum bilden. Wird der Backofen zu früh geöffnet, kann er zusammenfallen.

Modernes Rezept

Zutaten für 12 kleine Puddings:

  • Weizenmehl — 140 g
  • Eier — 4 Stk.
  • Milch — 200 ml
  • Salz — ½ TL
  • Rindertalg oder Pflanzenöl — etwa 2 EL
  1. Mehl und Salz vermischen. In einem separaten Gefäß die Eier mit der Milch leicht verquirlen. Die Flüssigkeit nach und nach zum Mehl gießen und zu einem glatten Teig verrühren.
  2. Den Teig 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
  3. Den Backofen auf 220 °C vorheizen. Das Fett auf die Mulden einer Muffinform verteilen und die Form 5–7 Minuten in den Backofen stellen, bis das Fett sehr heiß ist.
  4. Den Teig vorsichtig in die Mulden gießen und sie etwa bis zur Hälfte füllen. 20–25 Minuten backen, ohne den Backofen zu öffnen, bis die Puddings stark aufgegangen und goldbraun sind.

Kombination und Servieren

Yorkshire-Pudding wird heiß zu Roastbeef, gebackenem Gemüse und Bratensoße serviert. Er saugt Flüssigkeit gut auf, deshalb serviert man die Soße meist dazu oder gießt sie direkt in den Pudding. Reste lassen sich aufwärmen, verlieren dabei jedoch gewöhnlich einen Teil ihrer knusprigen Kruste.

Stichwörter: Yorkshire, England, Pudding, Roastbeef, Teig, Sonntagsessen, Bratensoße

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