Erwtensoep
Dicke Erbsensuppe.

Historisch-anthropologischer Essay
Erwtensoep ist eine niederländische Erbsensuppe, die besonders eng mit der Winterküche verbunden ist. In Nord- und Südholland wie auch in anderen Teilen des Landes bereitete man sie aus verfügbaren Zutaten zu: getrockneten Erbsen, Schweinefleisch und Wurzelgemüse. Das Gericht war nahrhaft und für eine große Familie geeignet; es passte gut zur kalten Jahreszeit und zu schwerer körperlicher Arbeit.
Die Suppe ist viel älter als das Industriezeitalter, auch wenn im 19. Jahrhundert das städtische Leben, der Handel und die Entwicklung der Fleischverarbeitung den Alltagsspeiseplan veränderten. Den genauen Zeitpunkt, zu dem erwtensoep erstmals aufkam, festzustellen oder ihre Entstehung mit einem bestimmten Ereignis zu verknüpfen, ist nicht möglich. Heute wird die Suppe oft snert genannt; im Sprachgebrauch sind die Begriffe weitgehend austauschbar, wobei snert meist eine dicke, lange gekochte Variante bezeichnet.
Mythos und Fakt
Erwtensoep wird häufig als Gericht beschrieben, in dem der Löffel aufrecht stehen bleiben muss. Das ist keine historische Regel, sondern ein scherzhaftes Maß für die Dicke: Eine gute Suppe wird tatsächlich sämig, besonders nach dem Abkühlen.
Zu dem Gericht gibt es keine allgemein verbreitete Legende über einen einzigen Erfinder oder Herkunftsort. Seine Geschichte ist Teil einer umfassenderen europäischen Tradition von Suppen aus getrockneten Hülsenfrüchten, mit denen sich viele Menschen preiswert und nachhaltig satt essen konnten.
Entwicklung der Zubereitung
Die Grundlage der Suppe sind grüne Schälerbsen, die weich kochen und die Brühe andicken. Schweinefleisch sorgt für Geschmack und Fett; Lauch, Sellerie und weiteres Gemüse kommen während des Kochens hinzu. In der modernen niederländischen Variante wird oft die Räucherwurst rookworst verwendet. Sie wird gewöhnlich erst in die fast fertige Suppe gegeben und nur erwärmt, damit sie nicht zerkocht.
Langes Köcheln bei niedriger Temperatur ist nach wie vor die wichtigste Zubereitungsmethode. Die fertige Suppe dickt nach dem Ruhen noch weiter ein. Beim Aufwärmen verdünnt man sie deshalb oft mit etwas Wasser oder Brühe.
Modernes Rezept
Für 4–6 Portionen.
Zutaten
- Grüne Schälerbsen — 300 g
- Schweinefleisch zum Kochen, zum Beispiel Schulter — 400 g
- Geräucherte Wurst — 250 g
- Zwiebel — 1 St. (etwa 120 g)
- Karotten — 150 g
- Knollensellerie — 200 g
- Lauch — 150 g
- Wasser — 1,8 l
- Lorbeerblatt — 1 St.
- Salz und schwarzer Pfeffer — nach Geschmack
Zubereitung
- Die Erbsen abspülen. Einweichen ist nicht unbedingt nötig, verkürzt aber die Kochzeit.
- Erbsen, Schweinefleisch und Lorbeerblatt in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen und dabei den Schaum abschöpfen.
- Die Hitze reduzieren, sodass die Suppe leicht köchelt — etwa bei 90–95 °C. 1 Stunde 15 Minuten bei leicht geöffnetem Deckel kochen.
- Zwiebel, Karotten, Sellerie und Lauch schneiden. Das Gemüse hinzufügen und weitere 35–45 Minuten kochen, bis die Erbsen zerfallen und das Schweinefleisch weich ist.
- Das Fleisch herausnehmen, in Stücke schneiden oder zerpflücken und zurück in die Suppe geben. Die Wurst hinzufügen und bei schwacher Hitze 10–15 Minuten erwärmen, ohne die Suppe sprudelnd kochen zu lassen.
- Das Lorbeerblatt entfernen und die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken. 10 Minuten ruhen lassen. Ist die Suppe zu dick, etwas heißes Wasser einrühren.
Kombinationen und Servieren
Die Suppe heiß mit einer Scheibe Roggenbrot servieren. Dazu passt Senf, besonders zusammen mit der Räucherwurst. Am nächsten Tag ist erwtensoep gewöhnlich dicker; beim Aufwärmen Wasser hinzufügen und die Suppe unter Rühren bei schwacher Hitze erwärmen.
Stichwörter: Niederlande, Holland, Erbsensuppe, Schweinefleisch, rookworst, Winterküche, snert