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Currywurst

Gebratene Wurst mit Tomatensoße und Curry.

Currywurst
Foto: congerdesign auf Pixabay

Historisch-anthropologischer Essay

Currywurst ist eine gebratene oder zunächst gekochte und anschließend angebratene Wurst, die in Stücke geschnitten und mit Tomatensoße und Currypulver überzogen wird. Üblicherweise wird sie mit einem Brötchen oder Pommes frites serviert. Sie ist kein altes regionales Gericht, sondern ein städtisches Essen im Nachkriegsdeutschland: Besonders eng ist sie mit Berlin verbunden, wurde aber auch in Brandenburg beliebt.

Die bekannteste Version ihrer Entstehungsgeschichte wird mit der Berliner Imbissverkäuferin Herta Heuwer in Verbindung gebracht. Der Überlieferung nach begann sie 1949, Wurst mit einer Soße zu servieren, der sie eine Tomatengrundlage und Curry hinzufügte. Bald wurde Currywurst zu einem vertrauten Essen an Imbissständen. Die genaue Geschichte des Gerichts lässt sich nicht auf eine zweifelsfrei nachgewiesene „Erfindung“ zurückführen: Die Kombination aus Wurst, Tomate und Gewürzen könnte sich allmählich entwickelt haben, und frühe Belege für solche Imbisse sind lückenhaft.

Das Gericht steht für die städtische Küche der Nachkriegszeit: erschwinglich, sättigend und praktisch für unterwegs. Currypulver verlieh der Tomatensoße eine ungewohnte würzige Note, machte sie aber nicht zu indischem Curry. Jeder Imbiss hat seine eigene Soßenzusammensetzung; daraus ergibt sich eine anhaltende Vielfalt der Geschmacksrichtungen.

Mythos und Fakt

Heuwer wird oft als Erfinderin der Currywurst bezeichnet, doch handelt es sich dabei eher um die bekannteste Entstehungsversion als um eine bewiesene Tatsache mit einem zweifelsfrei feststehenden Anfang. In populären Darstellungen findet sich auch die Geschichte von ihrem „Geheimrezept“ für die Soße: Deren Zusammensetzung lässt sich nicht zuverlässig rekonstruieren.

Mit Currywurst wird manchmal Hamburg in Verbindung gebracht. Im Roman „Die Entdeckung der Currywurst“ von Uwe Timm wird die Geschichte des Gerichts anhand einer erfundenen Heldin erzählt; das ist eine literarische Handlung und kein unabhängiger Beleg für Hamburgs Vorrang. Die Berliner Version bleibt die am weitesten verbreitete.

Entwicklung der Zubereitungstechnik

Für Currywurst wird Schweinswurst verwendet – mit oder ohne Darm. In Berlin ist eine Variante verbreitet, bei der die Wurst zunächst erwärmt oder gekocht, anschließend gebräunt und in Stücke geschnitten wird. Die Soße wird auf Tomatenbasis zubereitet: In Hausrezepten verwendet man dafür meist Ketchup oder passierte Tomaten mit Essig, Zucker und Curry. Currypulver wird auch beim Servieren darübergestreut.

Modernes Rezept (für 4 Portionen)

Zutaten

  • Schweinswürste — 4 Stück (etwa 500 g)
  • Passierte Tomaten — 300 g
  • Ketchup — 100 g
  • Pflanzenöl — 15 ml
  • Apfelessig — 15 ml
  • Zucker — 10 g
  • Currypulver — 8 g für die Soße und etwas zum Servieren
  • Salz — nach Geschmack
  • Wasser — 50 ml, falls die Soße verdünnt werden soll

Zubereitung

  1. Passierte Tomaten, Ketchup, Essig, Zucker und 8 g Curry vermischen. Die Soße in einem Stieltopf bis zum leichten Köcheln erhitzen und unter Rühren bei niedriger Hitze 10–15 Minuten köcheln lassen. Bei Bedarf Wasser zugießen und salzen.
  2. Den Backofen auf 190 °C oder eine Pfanne bei mittlerer Hitze vorheizen. Die Würste mit Öl 8–12 Minuten braten und dabei wenden, bis sie gebräunt und innen durchgewärmt sind. Die Garzeit hängt von der Dicke und Art der Würste ab; die Angaben auf der Verpackung beachten.
  3. Die Würste in Stücke schneiden, mit der heißen Soße übergießen und mit Curry bestreuen. Sofort servieren.

Beilagen und Servieren

Klassische Beilagen sind ein Brötchen oder Pommes frites. Die süß-säuerliche, würzige Soße passt gut zu einfachem, ungesüßtem Gebäck; eine zusätzliche Beilage ist meist nicht nötig. Die Menge an Curry lässt sich nach Geschmack anpassen, doch die Würze sollte die Tomate ergänzen und nicht überdecken.

Stichwörter: Currywurst, Berlin, Wurst, Tomatensoße, Curry, Streetfood, Deutschland

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