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Fondue moitié-moitié

Fondue aus zwei Käsesorten.

Fondue moitié-moitié
Foto: Michael_Pointner auf Pixabay

Historisch-anthropologischer Essay

Fondue moitié-moitié – „halb und halb“ – wird zu gleichen Teilen aus zwei Käsesorten zubereitet: Gruyère und Vacherin Fribourgeois. Das Gericht ist vor allem mit dem Kanton Freiburg und der französischsprachigen Schweiz, der Romandie, verbunden. Wichtig ist nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch die regionale Kombination der Käsesorten: Gruyère sorgt für einen kräftigen Geschmack und eine feste Grundlage, während Vacherin Fribourgeois eine weiche, cremige Textur verleiht.

Die Geschichte des Käsefondues lässt sich nicht auf einen einzigen Ort oder ein bestimmtes Datum zurückführen: Gerichte aus geschmolzenem Käse sind in der Schweiz seit Langem bekannt. Der genaue Ursprung des Rezepts für moitié-moitié ist jedoch nicht zuverlässig belegt. Die Verbindung des Artikels mit dem 19. Jahrhundert ist daher nur bedingt zutreffend: Es handelt sich nicht um eine sicher datierte Erfindung aus der Zeit der Industrialisierung, sondern um eine regionale Fonduevariante, die erst später weithin bekannt wurde. Im 20. Jahrhundert machten Schweizer Käseorganisationen Fondue als Nationalgericht bekannt; seine Beliebtheit reichte weit über die ländliche Küche hinaus.

Das gemeinsame Essen ist hier Teil des Gerichts selbst. Der Topf wird über schwacher Hitze auf den Tisch gestellt, und jeder tunkt ein Stück Brot in die Käsemasse. Fondue braucht Zeit und wird aus einem gemeinsamen Topf gegessen; es lässt sich bequemer für mehrere Personen zubereiten als portionsweise servieren.

Mythos und Tatsache

Erzählungen, wonach Fondue von Hirten erfunden wurde, die Käse am Lagerfeuer schmolzen, sind eine beliebte Erklärung, aber keine belegte Geschichte speziell für moitié-moitié. Mit Sicherheit lässt sich nur die bescheidenere Aussage treffen: Das Rezept basiert auf den regionalen Käsesorten aus Freiburg und der seit Langem praktizierten Zubereitung einer warmen Käsemasse.

Der Name „halb und halb“ bezeichnet das Verhältnis der beiden Käsesorten und keine besondere Art des Schmelzens. Wein, Knoblauch und Stärke sind typische Bestandteile moderner Rezepte, doch Zusammensetzung und Mengen können von Haushalt zu Haushalt variieren.

Entwicklung der Zubereitungstechnik

Für Fondue wird Käse ohne Rinde verwendet, gerieben oder fein geschnitten, damit er gleichmäßiger schmilzt. Der Wein wird mit Knoblauch erwärmt, anschließend wird der Käse nach und nach eingerührt. Die Masse darf nicht stark kochen: Überhitzung erhöht das Risiko, dass sich das Fett absetzt und der Käse Klumpen bildet. In einer kleinen Menge Kirsch oder Wein angerührte Stärke trägt dazu bei, die Konsistenz zu stabilisieren. Vacherin Fribourgeois schmilzt besonders weich, weshalb das Fondue oft schon von der starken Hitze genommen wird, bevor die Masse zu blubbern beginnt.

Modernes Rezept

Für 4 Portionen.

Zutaten

  • Gruyère — 400 g
  • Vacherin Fribourgeois — 400 g
  • Trockener Weißwein — 300 ml
  • Maisstärke — 12 g
  • Kirsch — 30 ml, nach Belieben
  • Knoblauch — 1 Zehe
  • Schwarzer Pfeffer — nach Geschmack
  • Muskatnuss — nach Geschmack
  • Weißbrot mit fester Krume — etwa 600 g

Zubereitung

  1. Reiben Sie die Käsesorten oder schneiden Sie sie in kleine Stücke. Halbieren Sie die Knoblauchzehe und reiben Sie damit die Innenseite eines feuerfesten Fonduetopfes aus.
  2. Gießen Sie den Wein hinein und erwärmen Sie ihn auf dem Herd auf 80–85 °C, ohne ihn zum Kochen zu bringen.
  3. Reduzieren Sie die Hitze. Geben Sie den Käse portionsweise hinzu und rühren Sie ständig um. Das Schmelzen dauert etwa 5–8 Minuten; halten Sie die Temperatur bei etwa 70–75 °C und lassen Sie die Masse nicht stark kochen.
  4. Verrühren Sie die Stärke mit dem Kirsch. Rühren Sie die Mischung ins Fondue und lassen Sie es weitere 1–2 Minuten kochen, bis die Masse gleichmäßig und leicht dicklich ist.
  5. Würzen Sie mit Pfeffer und etwas Muskatnuss. Füllen Sie das Fondue in ein vorgewärmtes Gefäß und halten Sie es über einer schwachen Flamme warm.

Kombinationen und Servieren

Servieren Sie das Fondue sofort mit Brot, das in Würfel geschnitten ist, sodass an jedem Stück ein Stück Kruste bleibt. Auch Salzkartoffeln oder leicht blanchiertes Gemüse eignen sich zum Eintunken, doch Brot ist die gewohnte Beilage. Dazu wird trockener Weißwein gereicht; alkoholfrei passt heißer Tee. Die Flamme unter dem Topf sollte lediglich die Wärme halten: Wenn das Fondue zu kochen beginnt, nehmen Sie es kurz vom Rechaud und rühren Sie es um.

Stichwörter: Fondue, Freiburg, Romandie, Gruyère, Vacherin Fribourgeois, Käse, Schweiz

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