Rosa Kekse aus Reims
Rosa Kekse zum Champagner.

Historisch-anthropologischer Essay
Rosa Biskuits aus Reims sind trockene, leichte, längliche Kekse aus der Stadt Reims in der Champagne. Traditionell werden sie zu Champagner gereicht: Man kann sie dazu knabbern oder kurz ins Glas tauchen, damit sie weich werden, aber ihre Form behalten.
Es gibt keinen Grund, sie mit dem Spätmittelalter in Verbindung zu bringen. Die Geschichte, dass die Kekse um 1690 in Reims entstanden seien, ist vor allem als örtliche Überlieferung und Handelslegende bekannt; das genaue Entstehungsdatum lässt sich schwer zuverlässig feststellen. Die Bezeichnung „Biskuit“ geht auf die Backweise zurück und bedeutet wörtlich „zweimal gebacken“, doch die konkrete Herstellungstechnik hat sich im Laufe der Zeit verändert. Bekannt wurden die Kekse vor allem durch die industrielle Produktion der Hersteller aus Reims, darunter das Haus Fossier, dessen Geschichte bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht.
Die trockene Textur war praktisch: Die Kekse hielten sich länger als Buttergebäck und passten zu heißen Getränken oder Wein. Ihre besondere Verbindung zu Champagner festigte sich dank der regionalen gastronomischen Tradition, doch die Kekse waren nicht unbedingt als Beilage zu Schaumwein gedacht.
Mythos und Tatsache
Die Geschichte, dass Bäcker aus Reims die Kekse erfunden hätten, um die Restwärme des Brotbackofens zu nutzen, wird oft als Erklärung für ihre Trockenheit und das erneute Backen angeführt. Es handelt sich um eine plausible Überlieferung zur handwerklichen Praxis, nicht aber um einen belegten Bericht über eine konkrete Erfindung.
Auch um die rosa Farbe ranken sich Erklärungen. Manchmal heißt es, der Farbstoff habe dunkle Vanilleflecken kaschieren sollen. Diese Erklärung findet sich in populären Geschichten über die Kekse, sollte aber nicht als zweifelsfrei erwiesene Tatsache gelten. Die heutige Farbe wird üblicherweise mit Lebensmittelfarbe erzielt; Farbton und Zusammensetzung hängen vom Hersteller ab.
Entwicklung der Herstellungstechnik
Das Rezept bewahrt die charakteristischen Merkmale des Gebäcks: wenig Fett, eine trockene, mürbe Struktur, eine längliche Form und die rosa Farbe. Bei hausgemachten Varianten wird der Teig meist aus Eiern, Zucker, Mehl und Stärke zubereitet. Das erneute Trocknen im Ofen trägt dazu bei, ein festes Gebäck zu erhalten, das beim Eintauchen nicht sofort zerfällt.
Modernes Rezept
Für 20–24 Kekse:
- Eier — 2 Stück (etwa 100 g ohne Schale);
- Zucker — 100 g;
- Weizenmehl — 80 g;
- Maisstärke — 40 g;
- Vanilleextrakt — 2 ml;
- rosa oder rote Lebensmittelfarbe — einige Tropfen;
- Puderzucker — 15 g.
- Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Eier und Zucker 5–7 Minuten aufschlagen, bis die Masse hell und luftig ist. Vanille und etwas Lebensmittelfarbe hinzufügen.
- Mehl und Stärke sieben. Die trockene Mischung vorsichtig unter die Eiermasse heben.
- Den Teig in einen Spritzbeutel füllen und längliche Streifen von etwa 5–6 cm Länge aufspritzen. Mit Puderzucker bestäuben.
- Bei 180 °C 10–12 Minuten backen. Die Kekse auf dem Blech abkühlen lassen.
- Für eine trockenere Textur weitere 15–20 Minuten bei 100 °C trocknen, anschließend vollständig abkühlen lassen.
Kombinationen und Servieren
Die Kekse zu Champagner oder einem anderen trockenen Schaumwein servieren. Man kann sie einige Sekunden ins Glas tauchen, damit der trockene Kern weicher wird. Die Kekse passen auch zu Tee und Kaffee. In einem fest verschlossenen Behälter aufbewahren, damit sie keine Feuchtigkeit aufnehmen.
Stichwörter: Reims, Champagne, Kekse, Biskuit, Champagner, Vanille, Backwaren