Fryske dúmkes
Kleine Anisplätzchen.

Historisch-anthropologischer Abriss
Friesische Dúmkes sind kleine, trockene Kekse aus Friesland im Norden der Niederlande. Auf Niederländisch schreibt man ihren Namen *Fryske dúmkes*; das Wort *dúmke* bedeutet „Daumen“ oder „Finger“. Die Kekse sind meist länglich und enthalten Anis und Nüsse. In modernen Rezepten finden sich auch Zimt und Ingwer.
Wann Dúmkes erstmals gebacken wurden, lässt sich nur schwer feststellen. Oft werden sie mit der Haus- und Bäckereitradition Frieslands in Verbindung gebracht, doch gibt es keine verlässlichen Belege dafür, das Rezept einem bestimmten Jahrhundert oder einer konkreten Erfinderin oder einem konkreten Erfinder zuzuschreiben. Die Kekse eindeutig der Industrialisierungsepoche zuzuordnen, ist daher nur mit Vorbehalt möglich: Im 19. Jahrhundert gelangten regionale Erzeugnisse zunehmend in den Handel, doch die Geschichte der Dúmkes lässt sich nicht auf ein einziges belegtes Ereignis zurückführen.
Ihre geringe Größe und trockene Textur machen sie gut lagerfähig und ideal zum Servieren zu Kaffee oder Tee. Anis verleiht den Keksen ihren charakteristischen würzigen Duft; Nüsse sorgen für Biss und machen sie sättigender. Zutaten und Form konnten sich von Bäckerei zu Bäckerei und von Haushalt zu Haushalt unterscheiden.
Mythos und Fakten
Der Name wird mit der Form der Kekse erklärt: Sie sollen an einen Daumen oder einen Fingerabdruck erinnern. Das ist eine plausible Deutung, beweist für sich genommen aber nicht, wie die ersten Dúmkes tatsächlich aussahen. Geschichten von einem einzelnen Bäcker oder einer zufälligen Erfindung sollte man als lokale Überlieferungen betrachten, sofern dafür keine überprüfbaren Belege angeführt werden.
Sicherer lässt sich über das Gebäck selbst sprechen: Es handelt sich um einen friesischen Keks, der unter seinem regionalen Namen bekannt ist und an Anis und Nüssen zu erkennen ist. Das moderne Rezept unten ist eine hausgemachte Variante und keine Rekonstruktion eines historischen Textes.
Entwicklung der Zubereitungstechnik
Die Arbeitsschritte sind einfach: Butter wird mit Zucker verrührt, mit Mehl und Gewürzen vermengt und anschließend werden Nüsse hinzugefügt. Der Teig wird zu kleinen länglichen Stücken geformt und goldbraun gebacken. In der heimischen Küche lässt sich die Zusammensetzung variieren: Man kann ausschließlich Weizenmehl verwenden oder einen Teil davon durch Roggenmehl ersetzen, die Anismenge anpassen und Haselnüsse oder Mandeln wählen.
Modernes Rezept
Zutaten:
- Weizenmehl — 250 g;
- Butter, zimmerwarm — 125 g;
- brauner Zucker — 125 g;
- Haselnüsse — 75 g;
- Milch — 30 ml;
- Anissamen — 2 TL (etwa 4 g);
- gemahlener Zimt — ½ TL;
- gemahlener Ingwer — ¼ TL;
- Backpulver — 1 TL (etwa 4 g);
- Salz — 1 Prise.
Zubereitung:
- Den Backofen auf 175 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Haselnüsse grob hacken.
- Butter und Zucker verrühren. Milch, Anis, Zimt, Ingwer und Salz hinzufügen.
- Mehl mit Backpulver vermischen, zur Buttermischung geben und zu einem Teig verkneten. Die Nüsse unterkneten. Wenn der Teig bröckelt, noch etwas Milch hinzufügen.
- Den Teig in kleine Stücke teilen und kurze, längliche Kekse formen. Mit etwas Abstand zueinander auf das Backblech legen.
- 15–18 Minuten backen, bis die Ränder gebräunt sind. Auf einem Gitter abkühlen lassen: Beim Abkühlen werden die Kekse fester.
Kombination und Servieren
Dúmkes werden abgekühlt zu Kaffee, schwarzem Tee oder einem Milchgetränk serviert. Die Anis- und Nussnoten passen gut zu einem ungesüßten Heißgetränk. Die Kekse in einem geschlossenen Behälter aufbewahren, damit sie länger trocken und knusprig bleiben.
Stichwörter: Friesland, Niederlande, Kekse, Anis, Haselnüsse, Gewürze, 19. Jahrhundert.