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Champ

Püree mit Frühlingszwiebeln und Butter.

Champ
Foto: blandinejoannic auf Pixabay · Symbolbild

Historisch-anthropologischer Essay

Champ ist irisches Kartoffelpüree, das mit Frühlingszwiebeln, Milch und Butter vermischt wird. Das Gericht wird vor allem mit Ulster und Connacht in Verbindung gebracht, wurde aber auch in anderen Teilen Irlands zubereitet. Ein genaues Entstehungsdatum von Champ ist nicht überliefert: Es gehört zu einer Küche, die sich herausbildete, nachdem die Kartoffel zum alltäglichen Nahrungsmittel geworden war.

Im 18.–19. Jahrhundert bildeten Kartoffeln die Grundlage der Ernährung vieler irischer Familien. Champ zeigt, wie einfache und erschwingliche Speisen mit dem angereichert wurden, was gerade zur Hand war: Zwiebeln sorgten für Geschmack, Milch machte das Püree milder und Butter sättigender. Für das Gericht brauchte man weder seltene Zutaten noch besonderes Küchengerät. Man servierte es heiß, oft mit einer Mulde in der Mitte, in die ein Stück Butter gelegt wurde.

Champ ähnelt einem anderen irischen Gericht, Colcannon, ist aber nicht dasselbe: Colcannon wird gewöhnlich mit Kohl oder Blattgemüse zubereitet, während Champ vor allem an den Frühlingszwiebeln zu erkennen ist. Zutaten und Mengenverhältnisse unterschieden sich von Familie zu Familie; ein einziges „historisch korrektes“ Rezept ist nicht überliefert.

Mythos und Fakten

Champ wird manchmal in Erzählungen über alte irische Halloween-Wahrsagebräuche erwähnt. Rituelle Speisen mit Gegenständen, die in der Kartoffelmasse versteckt wurden, werden jedoch eher mit Colcannon in Verbindung gebracht. Diese Bräuche sollte man nicht als gesicherte Tatsache auf Champ übertragen.

Unstrittig ist hingegen: Das Gericht entstand in einer Kultur alltäglicher Kartoffelspeisen und braucht keine sagenumwobene Herkunft, um seine Beliebtheit zu erklären.

Entwicklung der Zubereitung

Die grundlegende Zubereitung ist einfach: Kartoffeln werden weich gekocht, Frühlingszwiebeln in Milch erwärmt und anschließend mit den zerdrückten Kartoffeln und der Butter vermischt. Dabei kommt es auf die Reihenfolge an: Kalte Milch kann das Püree abkühlen, deshalb wird sie üblicherweise erwärmt. Champ sollte nicht lange aufgeschlagen werden – es genügt, ihn glatt zu stampfen und dabei seine feste, hausgemachte Konsistenz zu bewahren.

Modernes Rezept

Für 4 Portionen.

Zutaten:

  • Kartoffeln — 1 kg;
  • Frühlingszwiebeln — 100 g;
  • Milch — 200 ml;
  • Butter — 70 g;
  • Salz — nach Geschmack;
  • schwarzer Pfeffer — nach Geschmack.

Zubereitung:

  1. Die Kartoffeln schälen, in große Stücke schneiden und mit kaltem Salzwasser bedecken. Zum Kochen bringen und anschließend 18–25 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis die Stücke weich sind.
  2. Die Frühlingszwiebeln fein schneiden. In einem kleinen Topf mit der Milch vermengen und auf 70–80 °C erwärmen, ohne sie zum Kochen zu bringen. Vom Herd nehmen und 5 Minuten ziehen lassen.
  3. Das Wasser von den Kartoffeln abgießen und sie 1–2 Minuten im heißen Topf stehen lassen. Stampfen, die Butter unterrühren und anschließend nach und nach die Milch mit den Zwiebeln hinzufügen.
  4. Mit Salz und Pfeffer würzen. Sofort servieren und etwas Butter daraufgeben.

Kombinationen und Servieren

Champ wird heiß als Beilage zu Fleisch, Würstchen oder einem Schmorgericht serviert; er kann auch als eigenständige Mahlzeit gegessen werden. Die traditionelle Servierweise mit einem Stück Butter in einer Mulde in der Mitte macht das Gericht noch reichhaltiger. Zusätzliche Zutaten – zum Beispiel Kohl – verändern den Charakter des Gerichts und bringen es Colcannon näher.

Stichwörter: Irland, Ulster, Connacht, Kartoffeln, Frühlingszwiebeln, Butter, Champ

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