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Bara brith

Fruchtbrot in Tee eingeweicht.

Bara brith
Foto: palacioerick auf Pixabay · Symbolbild

Historisch-anthropologischer Essay

Bara brith (walisisch *bara brith* – „geflecktes Brot“) ist ein walisisches Gebäck mit Trockenfrüchten. Die Flecken im Namen sind Rosinen und andere Fruchtstücke, die im Teig verteilt sind. Das Gericht ist eng mit Wales verbunden, doch ein einheitliches altes Rezept gab es nicht: Unter diesem Namen wurde Brot gebacken, dessen Zutaten und Zubereitungsweise von den örtlichen Gewohnheiten und den finanziellen Möglichkeiten der Familie abhingen.

Das walisische Wort *bara* bedeutet Brot, *brith* heißt bunt oder gefleckt. Der Name beschreibt das Ergebnis treffend, gibt aber für sich genommen weder eine bestimmte Epoche noch den genauen Ursprung des Gerichts an. Traditionelle Varianten konnten mit Hefe zubereitet werden und einem mit Früchten angereicherten Brot ähneln. Später verbreitete sich eine Version, bei der die Trockenfrüchte zuvor in Tee eingeweicht und der Teig mit Backpulver gelockert wird. Diese Variante wird heute häufig als walisisches Teebrot bezeichnet.

Die Verbindung von Bara brith mit dem häuslichen Tisch und der Teestunde ist naheliegend: Die Laibe lassen sich leicht in Scheiben schneiden, bleiben dank der Früchte lange saftig und ihre Süße lässt sich über die Zuckermenge steuern. Die Teevariante jedoch als einzig „authentische“ anzusehen, ist nicht gerechtfertigt. Das Rezept veränderte sich mit der Verfügbarkeit der Zutaten und den häuslichen Backmethoden.

Mythos und Fakten

Bara brith wird manchmal als Gericht mit einem eindeutig bekannten Urheber oder einem genau bestimmbaren Erfindungszeitpunkt dargestellt. Für solche Behauptungen gibt es keine verlässlichen Belege. Sicher sagen lässt sich, dass der Name existiert und das Gericht zur walisischen Kochtradition gehört; seine genaue Entstehungsgeschichte ist jedoch unklar.

Auch sollte man nicht alle Varianten unter einer einzigen Zubereitungsweise zusammenfassen. Trockenfrüchte in Tee einzuweichen, ist eine verbreitete moderne Methode, aber kein zwingendes Merkmal jedes Bara brith. Die Rezepte unterscheiden sich: Manche ähneln eher einem Hefebrot, andere einem festen Kuchen.

Entwicklung der Zubereitungstechnik

Bei der Hefeversion wurden die Früchte in den Teig eingearbeitet, der geknetet werden musste und Zeit zum Aufgehen benötigte. Bei der Teevariante werden die Trockenfrüchte zunächst in heißem Tee eingeweicht. Anschließend vermengt man sie mit Mehl und Backpulver: Der Teig muss weder lange geknetet noch zum Gären stehen gelassen werden.

Der Tee spendet den Früchten Feuchtigkeit und verleiht ihnen ein leichtes Aroma; Zucker und Gewürze runden den Geschmack ab. Nach dem Backen sollte das Brot vollständig abkühlen: Die Krume wird fester und lässt sich besser schneiden. Am nächsten Tag schmecken die Scheiben oft sogar noch besser, nachdem sich Feuchtigkeit und Aroma gleichmäßiger verteilt haben.

Modernes Rezept

Für eine rechteckige Backform mit etwa 900 ml Fassungsvermögen.

Zutaten:

  • Trockenfrüchte ohne Kerne — 300 g;
  • kräftiger schwarzer Tee — 250 ml;
  • Weizenmehl — 250 g;
  • brauner Zucker — 100 g;
  • Ei — 1 St. (etwa 50 g ohne Schale);
  • Backpulver — 8 g;
  • gemahlener Zimt — 2 g;
  • Salz — 1 g;
  • Butter für die Form — 5 g.

Zubereitung:

  1. Den Tee aufbrühen und über die Trockenfrüchte gießen. 4–8 Stunden oder über Nacht ziehen lassen, anschließend überschüssige Flüssigkeit abgießen, falls noch welche vorhanden ist.
  2. Den Backofen auf 170 °C vorheizen. Die Form mit Butter einfetten und mit Backpapier auslegen.
  3. Mehl, Backpulver, Zimt und Salz vermischen. In einer separaten Schüssel das Ei mit dem Zucker leicht verquirlen.
  4. Die Trockenfrüchte mit der Ei-Zucker-Mischung vermengen, dann das Mehl einarbeiten. Den Teig in die Form füllen und glatt streichen.
  5. 60–70 Minuten bei 170 °C backen. Wird die Oberfläche zu schnell dunkel, mit Alufolie abdecken. Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob das Brot gar ist: Es sollte ohne rohen Teig herauskommen.
  6. Das Brot 10 Minuten in der Form lassen, dann herausnehmen und auf einem Gitter vollständig abkühlen lassen.

Kombinationen und Servieren

Bara brith wird in Scheiben zum Tee serviert, bei Zimmertemperatur oder leicht erwärmt. Man isst es pur oder bestreicht es mit Butter. Dazu passen kräftiger schwarzer Tee und milde, nicht allzu süße Käsesorten. Das Brot lässt sich in einem geschlossenen Behälter mehrere Tage aufbewahren: Mit der Zeit verbinden sich die Fruchtaromen immer besser.

Stichwörter: Wales, Bara brith, Früchtebrot, Tee, Trockenfrüchte, hausgemachtes Gebäck

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