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Zander mit Beurre blanc

Flussfisch mit Buttersoße.

Zander mit Beurre blanc
Foto: ykaiavu auf Pixabay

Historisch-anthropologischer Abriss

Der Zander ist ein Süßwasserfisch, der in Frankreich als *sandre* bekannt ist. Er kommt im Einzugsgebiet der Loire und ihrer Nebenflüsse vor, wobei der konkrete Fangort von Ort und Zeit abhängt. Sein zartes, vergleichsweise fettarmes Fleisch harmoniert gut mit einer kräftigen Buttersauce.

*Beurre blanc* ist eine warme, emulgierte Sauce aus Butter und einer mit Schalotten eingekochten Wein-Essig-Reduktion. Sie wird mit dem Westen Frankreichs in Verbindung gebracht, insbesondere mit dem Loiretal. Einer Überlieferung zufolge soll die Köchin Clémence Lefeuvre aus der Gegend um Nantes die Sauce kreiert haben: Angeblich bereitete sie die Sauce zu Fisch zu und vergaß dabei, Eigelb hinzuzufügen. Diese Geschichte wird meist als Legende erzählt; die genaue Herkunft des Gerichts lässt sich nur schwer feststellen.

Die Kombination aus Flussfisch und Buttersauce entspricht der regionalen kulinarischen Tradition: Ein Produkt aus dem Fluss wird mit einer Sauce serviert, in der Milchprodukte und heimischer Weißwein eine wichtige Rolle spielen. Das heutige Rezept sollte jedoch nicht als genaue Rekonstruktion eines Gerichts aus dem 19. Jahrhundert verstanden werden: Die aktuelle Servierweise und Zubereitungstechnik könnten sich nach und nach entwickelt haben.

Mythos und Fakten

Die Legende von der zufälligen Erfindung des *beurre blanc* ist bekannt, doch eine historisch belegte Geschichte über eine einzelne Erfinderin oder einen einzelnen Erfinder der Sauce gibt es nicht. Es gibt auch keinen Grund zu der Annahme, Zander mit dieser Sauce sei unbedingt ein „Gericht aus der Industrialisierungszeit“ gewesen: Es handelt sich um eine passende regionale Kombination, nicht um eine historisch gesicherte Rezeptur.

Der Name *Zander mit Beurre blanc* ist eine deutsch-französische Mischform: *Zander* ist das deutsche Wort für den Fisch, *beurre blanc* bedeutet auf Französisch „weiße Butter“. In Frankreich selbst heißt der Fisch *sandre*.

Entwicklung der Zubereitungstechnik

Entscheidend bei *beurre blanc* ist, dass die Butter nicht gerinnt. Wein, Essig und Schalotten werden zunächst eingekocht, dann wird nach und nach kalte Butter in kleinen Stücken eingerührt. Die Sauce wird warm gehalten, aber nicht gekocht. Für mehr Stabilität wird manchmal Sahne hinzugefügt; bei der traditionellen Variante ist sie jedoch nicht zwingend erforderlich.

Zander lässt sich in der Pfanne oder im Ofen zubereiten. Für eine Version zu Hause empfiehlt es sich, das Filet auf der Hautseite anzubraten: So lässt sich leichter eine goldbraune Oberfläche erzielen, ohne das Fleisch auszutrocknen.

Modernes Rezept

Für 4 Portionen.

Zutaten

  • Zanderfilets mit Haut — 4 Stück à 150–180 g
  • Kalte Butter für die Sauce — 180 g
  • Trockener Weißwein — 100 ml
  • Weißweinessig — 25 ml
  • Schalotte — 1 kleine, etwa 30 g
  • Neutrales Pflanzenöl — 15 ml
  • Salz — etwa 5 g oder nach Geschmack
  • Weißer Pfeffer — nach Geschmack

Zubereitung

  1. Die Schalotte fein hacken. Mit Wein und Essig in einen kleinen Topf geben. Ohne Deckel bei mittlerer Hitze 6–8 Minuten einkochen lassen, bis noch etwa 2 Esslöffel Flüssigkeit übrig sind.
  2. Die Hitze auf die niedrigste Stufe reduzieren. Die kalte Butter stückchenweise, jeweils ein oder zwei Stücke, unter ständigem Schlagen mit dem Schneebesen einarbeiten. Die Sauce bei etwa 55–65 °C halten: Sie soll heiß sein, aber nicht kochen. Salzen, pfeffern und nach Belieben durch ein Sieb passieren. Die Sauce warm halten, ohne sie direkt auf die Herdplatte zu stellen.
  3. Den Fisch trocken tupfen und salzen. Eine Pfanne mit dem Pflanzenöl auf mittlere bis hohe Temperatur erhitzen. Die Filets 4–5 Minuten auf der Hautseite braten, dann wenden und weitere 1–2 Minuten garen. An der dicksten Stelle sollte der Fisch undurchsichtig sein und sich leicht in Schichten teilen lassen; falls ein Thermometer vorhanden ist, auf 63 °C achten.
  4. Den Fisch auf vorgewärmten Tellern anrichten und die Sauce separat dazu reichen oder die Filets unmittelbar vor dem Servieren damit übergießen.

Beilagen und Servieren

Dazu passen Salzkartoffeln, grüne Bohnen oder leicht gedünsteter Spinat. Die Sauce wird am besten sofort serviert: Beim Abkühlen dickt sie ein, und beim erneuten Erwärmen kann sie gerinnen.

Als Wein eignet sich ein trockener Weißwein aus dem Loiretal — zum Beispiel Muscadet oder Weißer Chenin. Wählen Sie einen Wein ohne ausgeprägte Süße und starken Ausbau im Eichenfass, damit er den feinen Fischgeschmack nicht überdeckt.

Stichwörter: Zander, Beurre blanc, Loire, französische Küche, Flussfisch, Butter, Weißwein

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