Antike
1. Jahrtausend v. Chr. bis zu den ersten Jahrhunderten n. Chr. Im Mittelmeerraum aß man vor allem Getreide, Olivenöl und Wein. Griechen und Römer bauten Hülsenfrüchte an und aßen Fisch und Käse. Fleisch kam eher bei Wohlhabenden und zu Festen auf den Tisch. Der römische Handel verband die Provinzen, denn Getreide, Öl und Wein wurden über weite Strecken transportiert.
Die ersten Jahrhunderte n. Chr. Eine als „Apicius“ bekannte Rezeptsammlung (Corpus Apicianum) überliefert Wissen über die Küche der römischen Oberschicht. Traditionell bringt man sie mit dem Feinschmecker Marcus Gavius Apicius in Verbindung, doch der erhaltene Text entstand später und gilt nicht als sein persönliches Buch.
Mittelalter
5. bis 15. Jahrhundert. Was die meisten Menschen in Westeuropa aßen, hing von der örtlichen Ernte ab: Brot, Breie, Hülsenfrüchte, Gemüse und Milchprodukte. Fastengebote beschränkten den Fleischkonsum und beeinflussten die Nachfrage nach Fisch. Gewürze kamen über Handelswege aus Asien nach Europa. Sie waren teuer und wurden als Würze und als Luxusgut geschätzt, nicht nur deshalb, weil sie angeblich den Geschmack verdeckten.
14. Jahrhundert. In Handschriften tauchen Kochbücher für den Hofhaushalt auf, darunter der „Viandier“, der traditionell dem französischen Koch Taillevent zugeschrieben wird. Die erhaltenen Fassungen stammen aus unterschiedlicher Zeit, das Buch ist daher keine genaue Niederschrift eines einzigen Autors.

Frühe Neuzeit
Ende des 15. bis 16. Jahrhundert. Nach Kolumbus’ Reisen kamen Pflanzen aus Amerika nach Europa: Mais, Bohnen, Paprika, Tomaten und Kartoffeln. Sie verbreiteten sich schrittweise, und zwar von Region zu Region verschieden. Zu einem wichtigen Grundnahrungsmittel wurde die Kartoffel in Nord- und Mitteleuropa erst deutlich später.
16. bis 17. Jahrhundert. Zucker, Kaffee und Schokolade gelangten in den europäischen Handel und in die Stadtkultur. Ihre Verbreitung hing unter anderem mit Kolonialplantagen und der Arbeit versklavter Menschen zusammen. Kaffeehäuser wurden zu Orten der Begegnung und des Nachrichtenaustauschs.
1651. Der französische Koch François Pierre de La Varenne veröffentlichte „Le Cuisinier françois“ (Der französische Koch). Das Buch zeigte, wie sich die Küche an den Höfen wandelte: Saucen und der Eigengeschmack der Zutaten bekamen mehr Aufmerksamkeit, nicht nur die Gewürze.
18. und 19. Jahrhundert
Ende des 18. Jahrhunderts. In Paris entstand eine Restaurantkultur: Lokale, in denen man Gerichte von einer Speisekarte wählte und einzeln bestellte. Anders als Wirtshäuser und Hofküchen standen sie einem breiteren Kreis von Städtern offen.
Anfang des 19. Jahrhunderts. Der französische Konditor Nicolas Appert entwickelte ein Verfahren, Lebensmittel in luftdicht verschlossenen Behältern durch Erhitzen länger haltbar zu machen. Das Konservieren wurde zu einem wichtigen Schritt für die Versorgung von Armee und Städten.
Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eisenbahnen und die Entwicklung der Kühltechnik erweiterten den Markt für frische Lebensmittel. Louis Pasteur trug dazu bei, die Rolle von Mikroorganismen beim Verderben von Lebensmitteln zu erklären, und die Pasteurisierung machte Getränke und Milch sicherer.

20. Jahrhundert
Erste Hälfte des Jahrhunderts. Weltkriege, Blockaden und staatliche Rationierung veränderten den Alltag der Europäer. Konserven und andere lange haltbare Lebensmittel gewannen besondere Bedeutung.
Nach 1945. Haushaltskühlschränke und Gefriertruhen verbreiteten sich, und man aß mehr Halbfertigprodukte. Supermärkte und internationaler Handel machten Lebensmittel zugänglich, die früher saisonal oder selten waren. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurde die industrielle Lebensmittelproduktion zum Streitthema, bei dem es um Ernährung, Qualität und Herkunft der Produkte ging.
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Schlüsselwörter: Antike, Mittelalter, Gewürze, Kolumbischer Austausch, Restaurants, Konservierung, Pasteurisierung, Supermärkte
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